„E la Luna“

2. April 2005

Eine italienische Sängerin macht mit einem deutschen Gitarristen Musik, kennt da auch noch einen Cellisten, singt ihnen ein Stück von Mina vor und schnell ist man dabei, ein bisschen mehr zusammen zu machen, es groovt, zu dritt, italienische Stücke. Eva bringt Lieder, die sie schon lange kennt und singt sie, wie Holger und Martin es nicht kennen. Arrangements entstehen, jazzig oft, aber nicht akademisch, nicht bemüht, den Canzoni ihren schlagerhaften Charme ganz auszutreiben. Auch Lieder, die für Sanremo geschrieben wurden, können in ihrem Kitsch etwas Wahres treffen. ...e la luna? Der Name sagt, wie sich das Trio seinem Material nähert und annimmt: fragend, aber nicht besserwisserisch, hellsichtig den Klischees und Erwartungen gegenüber, aber ohne zu karikieren. So gelingt es, Italien und die Vorstellungen von Italien in eine Form zu bringen. Eine Form zudem, in der es allen drei Musikern gelingt, mit ihren spezifischen Ausdrucksmöglichkeiten die Geschichten und Bilder zu erzählen. Nur folgerichtig entwickelt sich das Projekt auch hin zu eigenen Stücken, inspiriert und eigenständig. Die CD verstärkt das Gefühl, das ich habe, seit ich ...e la luna? kenne: Es scheint, als habe der Name auf diese Musik gewartet (oder umgekehrt), als fiele auf etwas Vertrautes ein neues, schimmerndes Licht. Eccoci qua: ...e la luna?

 

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