Fragile Beauty

Junge Kuratoren stellen sich vor -

29. März – 27. April 2003

Fragile Beauty - Junge Kuratoren stellen sich vor -

Mit der Ausstellung Fragile Beauty – Contemporary Artists Facing Glass, konnte die Berliner Kunststiftung Starke - in Zusammenarbeit mit der Marco Polo Glass Gallery von Murano - ein großartiges, ambitioniertes Projekt verwirklichen – ein Projekt, welches große Risiken in sich barg.

Die Glaskunst ist inzwischen einzigartig über die gesamte Welt verbreitet. Die aktuelle Glaskunst findet jedoch mit nur sehr wenigen Ausnahmen ihre Grundlage in den grenzenlosen Möglichkeiten standardisierter Reproduktionen von Kunstwerken, welche nur sehr wenig mit den anderen etablierten Künsten Berührung hatten.

Um diesem unerfreulichen Trend Einhalt zu gebieten, war ein kraftvoller Entschluss notwendig. Eine konkrete und konstruktive Zusammenarbeit zwischen internationalen Künstlern und den Meistern der Glasbläserkunst aus Murano musste herbeigeführt werden. Wir schätzen uns glücklich, dass dieses komplizierte Unterfangen den Projektanten nicht nur gelungen ist - die Zusammenarbeit wird über lange Zeit fortgesetzt und noch vertieft werden.

Die Ausstellung, welche Sie derzeit in Berlin sehen können, wird nur die erste einer ganzen Reihe weiterer Ausstellungen sein, welche die filigranen Schöpfungen von einzigartigen Glaskunstwerken vorstellen, die aus dem Zusammenspiel der inspirativen Fähigkeiten hochqualifizierter Künstler und den umfassenden Erfahrungen der Kunsthandwerker hervorgegangen sind.

Mit Fragile Beauty präsentiert sich Ihnen eine Ausstellung, in welcher die Blicke des Besuchers viele Wege durch die verschiedensten Objekte nehmen können, Wege, welche sich dank des unterschiedlichsten Gebrauches dieses komplizierten und komplexen Materials, Glas, auftun.

Glas ist das einzige Material, welches imstande ist, seine eigene Physis vor den Augen des Betrachters völlig zu verleugnen. Glas ist ein unvergleichlicher Stoff, der viele Künstler befähigt hat, sich aus der Schwerfälligkeit und Dumpfheit bislang überkritischer Beurteilung bestimmter Richtungen der Zeitgenössischen Kunst zu befreien.

Glas hat wegen seiner mannigfachen Qualitäten schon immer die größte Aufmerksamkeit vieler Künstler in Anspruch genommen, eine Aufmerksamkeit, deren Umsetzung ins Werk sich manchmal wie freies Experimentieren ausnimmt, und dann wieder wie mystische Poesie anmutet, wie eine beredte Kunst jenseits aller bekannten Kommunikation. Die Ausstellung lädt eine, diese fragile Zwiesprache zwischen Werk und Betrachter direkt zu erleben.

Glas ist einer der wenigen Stoffe, welche in ihrer Bearbeitung den direkten Zugriff auf eine Welt erlauben, die frei ist von allen Beschränkungen durch Systemkonzepte, auf eine uns häufig gänzlich unbekannte Welt, in der sich vor uns die Chance auftut, andere Realitäten unter ungewohnten Blickwinkeln tatsächlich zu erfassen.

Transparenz, Klarheit, Reflexionsvermögen, Brechungskraft und die Zufälligkeiten in der molekularen Anordnung des Stoffes erlauben es dem Künstler, seine persönliche Kreativität und Sprache auf eine vollständig neue Weise zu präsentieren, in einer Klarheit, die gerade wegen der Durchsichtigkeit des verwendeten Materials nicht ignoriert werden kann.

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