in between

28. August – 20. September 1998

in between

in betweenJutta Nase lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte in Düsseldorf bei Prof. Beuys und Prof. Sackenheim und an der HdK Berlin bei Prof. Kaufmann und Prof. Hacker.

In den letzten Jahren setzte sie sich vor allem mit Erinnerungs- und Gedächtnisvorgängen auseinander, so auch in ihren neuen Bildern, die sie in Essen, Berlin und München zeigt.

Sie nennt sie „Briefe“.

Als Rohmaterial dienen ihr alte Fotoportraits, die sie im Kopierer, durch Übermalung sowie unter Verwendung einer eigenen Zeichenschrift manipuliert, bearbeitet und neu erfindet. Die Arbeiten zeigen ein Crossover diverser Techniken, Genres, Medien: Alltags-Fotograpfie, Copy-Art-Elemente, Malerei und Zeichen-Schrift oder Schrift-Zeichen treten in Wechselwirkung.

Die Fotografien als Ausgangspunkt jeden „Briefes“ setzen Erinnerungsprozesse in Gang, deren unterschiedlichen Verläufen die Arbeiten nachgehen. Umgekehrt sind teils auch Erinnerungen zuerst da, lassen die Künstlerin nach alten Fotos suchen und daraus Bildbriefe, Briefbilder entwickeln, die sich zwischen Personen und Zeiten bewegen.

Herstellungstechnisch wie in der Wirkung lassen sich die Arbeiten mit Palimpsesten vergleichen. Die Gedächtnismedien Bild und Schrift, Vergangenheit und Gegenwart werden zu kommunizierenden Schichten verfugt. Sie verwischen und verdecken, ergänzen und erhellen sich zugleich. Schriftgebilde, Bildschriften entstehen, die zwischen den Zeilen – eben: in between – gelesen oder, vor allem, betrachtet werden wollen.

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